Kärnten: Ein Jahr „Juno Villach“ – Unterstützung für Jugendliche in Krisensituationen

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Kaernten
21 Apr 12:00 2017 von Redaktion Salzburg Print This Article

LHStv.in Prettner: Wichtiges Fangnetz und Hilfe zur Selbsthilfe im Fokus


Die Jugendnotschlafstelle Villach gibt es nun seit einem Jahr. Seit diesem Zeitpunkt bietet sie für Jugendliche Hilfe und einen Platz zum Übernachten. Bei einem kleinen „come-together“ wurde heute, Donnerstag, im Beisein von Kärntens Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner, Bürgermeister Günther Albel, Stadträtin Gerda Sandriesser, Diakonierektor Hubert Stotter und dem Team der JUNO Bilanz gezogen.

Seit 1. März 2016 gibt es die Jugendnotschlafstelle (JUNO) Villach in der Marksgasse. Sie bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 12 und 21 Jahren eine einfach zugängliche Soforthilfe an. Die Notschlafstelle (Mo. bis So. von 18 bis 9 Uhr) umfasst einen Schlafplatz, eine Duschmöglichkeit sowie Essen. Das Angebot richtet sich an Jugendliche, die von temporärer, latenter oder manifester Obdachlosigkeit betroffen sind, die ein höherschwelliges Wohn- und Betreuungsangebot nicht annehmen wollen oder können, Beratung oder Grundversorgung suchen oder aufgrund eines aktuellen Konflikts aus der Obhut ihrer Erziehungsberechtigten geflüchtet sind.

Im ersten Jahr suchten Jugendliche und junge Erwachsene fast 3.000 Mal Hilfe und Unterstützung in der JUNO Villach. Insgesamt gab es über 1.400 Nächtigungen und das Angebot der Anlaufstelle (Beratung und Grundversorgung ohne Übernachtung) wurde bisher mehr als 1.500 Mal in Anspruch genommen. „Die Zahlen zeigen uns, wie nötig diese Einrichtung war und dass sich unsere Beharrlichkeit am Weg der Umsetzung bezahlt macht und den Jugendlichen zugutekommt“, so Prettner. Denn über die JUNO werde nicht nur kurzfristig eine Krisensituation überbrückt, sondern werden auch Mittel und Möglichkeiten als Auswege aus der Krise aufgezeigt und mit den Jugendlichen erarbeitet.

„Die JUNO Villach bietet seit einem Jahr einen wichtigen Ankerplatz für Jugendliche unserer Stadt und ist damit ein bedeutender Baustein des sozialen Netzwerkes. Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren unschätzbaren Einsatz für diejenigen, die es in ihrem Leben schon in jungen Jahren nicht immer leicht haben und wünsche ihnen weiterhin viel Freude und Energie für ihre Arbeit“, hob Albel die Bedeutung die JUNO hervor.

Warum Jugendliche in die JUNO kommen, hat verschiedene Gründe: Neben mangelnder Ausbildung, Beschäftigungslosigkeit, Wohnungslosigkeit und Konflikten mit den Eltern/Angehörigen beschäftigten die jungen Erwachsenen vor allem finanzielle Probleme und Unwissenheit/Ratlosigkeit im Umgang mit Behörden und dem Sozialsystem. Aus diesem Grund wird den Klienten/-innen Einzelfallhilfe in diesen Bereichen angeboten.

Einen besonderen Dank gab es bei der kleinen Feier vom Rektor der Diakonie, Hubert Stotter, an das Land Kärnten und die Stadt Villach, ohne deren Finanzierung das Angebot nicht möglich wäre. „Weiterhin soll die JUNO Villach ein niederschwelliges Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene sein. Großer Bedarf besteht zusätzlich im Bereich der Wohnungssuche. Vor allem in der kalten Jahreszeit besteht auch ein erhöhter Bedarf, ganztägig geöffnet zu sein, weil es sonst für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen keine Möglichkeit gibt, sich stressfrei aufzuwärmen oder auszuruhen. Hier wäre es schön, wenn wir das Angebot erweitern könnten“, so Stotter.

„Die JUNO ist ein Ort, der für eine gewisse Zeit Halt, Schutz und Raum bietet“, so der Leiter der JUNO, Franz Lämmereiner. „Wir wollen Jugendlichen, die an den negativen Auswüchsen oder Symptomen unserer heutigen Gesellschaft leiden, Unterstützung für ihre individuelle Zukunft bieten. Dazu würde es weitere Fangnetze für Jugendliche und junge Erwachsene wie z.B. Wohnraumberatung brauchen, um deren Lebensweg positiv beeinflussen zu können."



Quelle: Land Kärnten



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