Gedenkveranstaltung Schloss Hartheim

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02 Okt 12:41 2012 von Oswald Schwarzl Print This Article

Bericht über die Gedenkfeier in Schloss Hartheim am 1. Oktober 2012

Hartheim. Die diesjährige Gedenkfeier für die Opfer der NS-Euthanasie und der Gefangenenmorde an Häftlingen der KZ Mauthausen, Gusen und Dachau sowie für die ermordeten ZwangsarbeiterInnen fand heute Abend im Schloss Hartheim statt.

Zahlreiche Ehrengäste, darunter Angehörige und Nachkommen von Opfern der NS-Euthanasie sowie diplomatische Vertreter aus 14 Ländern fanden sich ein, um den rund 30.000 in Hartheim ermordeten
Menschen zu gedenken. Insgesamt nahmen 196 Personen an der Gedenkveranstaltung teil.

Nach der Begrüßung durch den Obmann des Vereins Schloss Hartheim, Dr. Günther Weixlbaumer, sprach der Erste Präsident des Oö. Landtags Friedrich Bernhofer im Namen des Landes Oberösterreich.

Die Gedenkrede wurde von Nationalratspräsidentin Mag.a Barbara Prammer gehalten. Sie appellierte, gegen jede Form der Ausgrenzung und Diskriminierung aufzutreten. Rassismus, Gewalt und Ausgrenzung seien ein Widerspruch zur Demokratie und dürften in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.

Prammer: „Machen wir uns gemeinsam stark für ein solidarisches und demokratisches Zusammenleben!“

Die Vernichtung so genannten „lebensunwerten Lebens“ war, so die Nationalratspräsidentin, fixer Bestandteil der NS-Ideologie, die ein Recht auf Fortpflanzung und Leben von der produktiven Leistungsfähigkeit abhängig machte. Wer als für die „Volksgemeinschaft“ nicht nützlich eingestuft wurde, galt als „minderwertig“ und war für die systematisch Ausrottung bestimmt.

„Es hat lange gedauert, bis die Opfer der NS-Euthanasiemorde von offizieller Seite als solche anerkannt wurden“, räumte Prammer ein. Mittlerweile seien Gedenkveranstaltungen wie diese heute fester Bestandteil unserer Erinnerungskultur. Schloss Hartheim komme dabei eine zentrale Rolle zu.

Es sei nicht nur eine würdige Gedenkstätte für Opfer der NS-Euthanasie, sondern biete auch die Möglichkeit, durch Auseinandersetzung mit den Verbrechen jener Zeit Lehren für die Gegenwart und die Zukunft zu ziehen.

Schüler der vierten Klasse der Mechatronik-Abteilung der HTL Steyr gestalteten die Gedenkveranstaltung ebenfalls aktiv mit. Sie stellten Biographien von NS-Euthanasie-Opfern aus ihrem Umfeld vor und präsentierten selbst verfasste Texte zum Thema – unter anderem zu Aspekten des Widerstands.

Nach den Feierlichkeiten im Lern- und Gedenkort wurden auf dem Friedhof der Opfer, der sich neben dem Schloss befindet, Kränze zum Gedenken niedergelegt.

Für die sehr gefühlvolle und passende musikalische Gestaltung der Gedenkfeier sorgten Musiker/innen der Landesmusikschule Eferding/Alkoven.
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