Dauernder Wettstreit zwischen Föderalismus und Zentralismus

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LH Günther Platter beim Abschreiten der Front mit Militärkommandant Herbert Bauer und Landesschützenkommandant Fritz Tiefenthaler.
Foto: Land Tirol/Lechner
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Hunderte Mitwirkende und Besucherinnen säumten den Landhausplatz zur feierlichen Aufführung des Großen Österreichischen Zapfenstreichs.
Foto: Land Tirol/Lechner
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LH Günther Platter bei seiner Festansprache am Landhausplatz in Innsbruck.
Foto: Land Tirol/Lechner
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Oswald Gredler (li.), Obmann des Tiroler Landes-Trachtenverbands und LR Johannes Tratter (mi.) präsentierten mit einem Vertreter des Berenkamp-Verlags das neue Buch "Die Trachten Tirols".
Foto: Land Tirol/Lechner
01 Nov 20:00 2018 von Gerhard Repp Print This Article

LH Platter: „Wir wollen in die Reform Österreichs auf Augenhöhe eingebunden werden!“

In seiner Rede zum österreichischen Nationalfeiertag heute, Donnerstagabend, beim Großen Österreichischen Zapfenstreich stellte Landeshauptmann Günther Platter das Thema „Föderalismus und Zentralismus“ in den Mittelpunkt:

„Das Verhältnis zwischen Bund und Ländern ist 100 Jahre nach Neugründung der ersten Republik noch nicht geklärt. Föderalismus und Zentralismus liegen in einem dauernden Wettstreit. Noch jede Bundesregierung hat versucht, Macht in Wien zu zentralisieren. Alles vereinheitlichen und bundesweit zu regeln, ist nur eine vermeintliche Zauberformel. Manches muss gemeinsam und einheitlich geregelt werden. Bei anderen Dingen ist es aber besser, man lässt sie in regionaler Zuständigkeit.“

Worauf es dem Tiroler Landeshauptmann bei Reformen ankommt, ist Bürgernähe und Effizienz. „Was wir nicht brauchen, ist Bürokratie und Abgehobenheit. Das gilt es immer dann zu bedenken, wenn wieder einmal von einer Staatsreform bzw. einer Neuordnung von Zuständigkeiten die Rede ist. Die Bundesländer fordern, dass wir in die Reform Österreichs auf Augenhöhe eingebunden werden.“

Echter Föderalismus auch in der EU gefragt

„Jede Ebene soll das tun, was sie am besten kann. Nicht alles ist am besten auf zentraler Ebene angesiedelt, nicht alles muss neun Mal geregelt werden. Deshalb muss Ziel aller Bemühungen sein, unser Gemeinwesen leistungsfähig, flexibel und bürgerfreundlich zu entwickeln, den sozialen Frieden sicherzustellen und den Menschen Mut für die Zukunft zu machen“, betonte Landeshauptmann Platter weiters. Dazu spannte er gleich den Bogen auf die europäische Ebene:

„Wir brauchen auch hier einen echten Föderalismus. Manches soll und kann gemeinsam geregelt werden, wie etwa die Außenpolitik oder der Kampf gegen den Klimawandel. Es darf aber auch nicht vergessen werden, dass die Länder und vor allem auch die Regionen Besonderheiten haben und daher auch besondere Bedürfnisse.“

Nur Miteinander hilft

Für den Landeshauptmann ist eine Lehre aus 100 Jahren Republik Österreich, dass ein gutes Zusammenwirken von Bund, Ländern und Gemeinden am besten dafür sorgen kann, dass sich unser Land gut entwickelt. Landeshauptmann Platter: „Und das gilt es auch in den kommenden 100 Jahren unserer Republik Österreich sicherzustellen und nötigenfalls auch immer wieder auszudiskutieren!“

Buch „Die Trachten Tirols“ präsentiert

Musikalisch und tänzerisch umrahmt von einer Bläser- und Kindertanzgruppe sowie im Beisein von Abordnungen der Tiroler Traditionsverbände wurde anschließend an den Zapfenstreich das Buch „Die Trachten Tirols“ im Landhaus in Innsbruck präsentiert.

„Dieses Buch dokumentiert die historische Entwicklung und den heutigen Formenreichtum der Tracht in Nord-, Ost- und teilweise Südtirol. Beschreibungen der regionalen Festtrachten, deren verwendete Materialien, die aufwendigen Handarbeiten an der Tracht und das einzigartige Zubehör sind Teil der sprechenden Bildseiten im Buch“, zeigte sich LR Johannes Tratter begeistert von diesem Kulturwerk, das im Berenkamp-Verlag erschienen ist. „Tirol trägt Tracht“ ist Erscheinungsform des Charakters eines Tirolers, der das kulturelle Erbe schätzt und es in ehrlicher Heimatverbundenheit behutsam weiterträgt.


Quelle: Land Tirol



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