Austausch auf Gegenseitigkeit wirkt // „Be my guest_make over“

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Salzburg
03 Okt 11:00 2017 von Gerhard Repp Print This Article

Eröffnung am 5. Oktober in der Stadtgalerie Lehen

Seit 31 Jahren engagiert sich die Stadt Salzburg erfolgreich für ihr internationales Künstler*innen Austauschprogramm. Unter dem Begriff AIR artists-in-residence ist eine Kulturmarke entstanden, die neben dem Austausch von bildenden Künstlerinnen und Künstlern auch in der Kooperation und Einbindung der Stadt Salzburg in internationale Netzwerke ihren Niederschlag findet. Sichtbar wird dies wieder in der fünften Ausgabe der Ausstellung „be my guest“, die am 5. Oktober 2017 in der Stadtgalerie Lehen eröffnet wird.

„Make over“ steht diesmal als gemeinsamer Topos über den Werken von sieben Künstler*innen, die als Gäste in Salzburg bzw. in den Gaststudios von Salzburgs Kulturpartnerstädten gearbeitet haben. Für die „be my guest“ 2017 haben sich Gastkünstlerinnen aus der Stadt Dresden und das Salzburger periscope:project:space.zusammen gefunden

Die Künstler*innen der periscope-Gruppe beschäftigen sich schon länger mit dem Weiterbearbeiten und Überarbeiten von existierenden (eigenen und fremden) Bildern und Materialien.
Elisabeth Schmirl hat in „the element of (s)u(r)prising“ mit Scans gearbeitet, auf denen die Gesichter der Menschen weggerieben wurden; in diese Leerstellen setzte sie durch digitale Bildbearbeitung Gesichter von jungen Frauen, die bei Protestkundgebungen fotografiert wurden.
Karin Peyker überarbeitete ein gefundenes Fotoalbum mit subtilen Handkolorierungen, kaum sichtbaren Schattenübermalungen, analogen Bildbearbeitungen und Textteilen die Bilderwelt einer Familiengeschichte, ausgehend von den beiden unterschiedlichen Wirkungsweisen der Photographie, die Rolande Barthes beschreibt: Das allgemeine Interesse des Betrachters und die sinnliche Wirkung des Bildes.
Bernhard Lochmann verarbeitete Bücher und Zeitschriften ab den 1960er Jahren zu Collagen und erzählt in den überarbeiteten Schichten ein gesellschaftliches und politisches Panoptikum.
Bei Stefan Heizingers Arbeiten geht es um die Auslegung von Bildern und ihre Um-Interpretation. Im Arbeits- und Erlebnisprozess überlagert er die ursprünglichen Vorstellungen und Assoziationen fremder Werke, um zu einem neuen Bild zu gelangen.

Über den Partner-Schnittpunkt Dresden wurde der Vorgang des „make over“ weiter getragen:
Der Medienkünstler und Fotograf Marcel Götz (D) befasst sich mit der Allgegenwart von Inszenierungen, die zwischenmenschliche Realitäten bestimmen, Realitäten schaffen , Identitäten verbergen oder einfach nur Geschichten erzählen.
Susan Donath (D) setzt sich mit gesellschaftlichen Dissonanzen und damit verbundenen Tabus, vorzugsweise mit der Toten- und Sterbekultur auseinander. Aktuell ist es die Darstellung des Wortes „Familie“ als Bild, Ausgangspunkt und Inhalt von Arbeiten aus fragilen Wachsperlen.
Anne-Theresa Wittman (D) führt ihre künstlerische Auseinandersetzung mit den Medien Video, Fotografie, Raum- und Filminstallation, und begibt sich dabei auf die Spur des Bildes und des Bildträgers. In der Serie „lights“ beschäftigt sie sich mit der Flüchtigkeit und Immaterialität als grundlegende Eigenschaften des Lichts.

AIR – Artists in Residence

Seit 1986 bietet die Abteilung Kultur, Bildung und Wissen der Stadt Salzburg ein Künstler*innenaustausch Programm an. Das Programm fördert die Kooperation zwischen kulturell interessierten und aktiven Städten und basiert auf dem Prinzip des gegenseitigen Austausches zu gleichen Bedingungen.
Konkret bedeutet dies, dass die Stadt Salzburg ausländischen Künstler*innen die Möglichkeiten bietet, für einen Monat in Salzburg zu leben und zu arbeiten. Die Stadt stellt dafür ein Wohnatelier im Künstlerhaus zur Verfügung. Im Gegenzug haben Salzburger Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit für einen entsprechenden Zeitraum unter gleichen Bedingungen in einem Studio in den Partnerstädten zu leben und zu arbeiten.

Das Programm richtet sich an Künstler*innen, die ihren Lebens- und Arbeitsschwerpunkt in Salzburg haben. Die Auswahl der Bewerber*innen obliegt einer Jury. Aktuelle Einreichfrist ist der 31. Oktober 2017. Kontakt & Infos: [email protected]


Be my guest_make over
Vernissage in der Stadtgalerie Lehen
am Do, 5. Oktober 2017, 19 Uhr
zu sehen bis 3. November 2017


Quelle: Stadt Salzburg



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