Ausländische Talente für die technischen Studien in Österreich begeistern

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Foto: WKOÖ
20 Mär 05:00 2017 von Redaktion Salzburg Print This Article

Prof. Bruno Buchberger trifft oö. Ingenieure beim „Denkfrühstück“

Innovationen, Digitalisierung, Technikermangel und Wirtschaftsstandort: Zukunftsthemen, die für die oö. Ingenieurbüros entscheidend sind. Im Rahmen des Veranstaltungsformats „Denkfrühstück“ hat Prof. Bruno Buchberger mit Ingenieurinnen und Ingenieuren diese Themen diskutiert. „Die Schnelllebigkeit der Technik und die wachsende internationale Konkurrenz üben einen enor­men Druck auf Betriebe aus. Besonders kleinere Betriebe müssen bereit sein, Kooperationen einzugehen. Auch der Mangel an Arbeitskräften wird zum Problem“, beschreibt Rainer Gagstädter, Obmann der oö. Fachgruppe Ingenieurbüros, die größten Herausforderungen.

„Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen viele Betriebe so schnell wie möglich immer bessere, innovative Lösungsmethoden anbieten. Dadurch wird zwar die Entwicklung neuer Erfindungen und Gadgets vorangetrieben, aber oft geht der Blick für das Wesentliche verloren – nämlich die Werte und das Potenzial des Menschen selbst“, erklärt Buchberger die Problematik der Digitalisierung. „Man darf nicht vergessen, dass digitale Werkzeuge eben nur das sind: Werkzeuge. Sie sollen eine unterstützende Funktion einnehmen und nicht unser Leben bestimmen.“

Obwohl Österreich in den wirtschaftlichen und technischen Bereichen mit innovativen Erfindungen auf internationalem Höchstniveau brilliert, ist der Bedarf an Absolventen der technischen Studien größer als angenommen. Von rund 40 Absolventen der technischen Fachhochschulen und Studiengänge in Österreich stammen in der Regel etwa fünf aus dem Ausland. Nach dem Abschluss kehren sie oft in ihr Heimatland zurück, um dort das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Betriebe verlegen ihre Entwicklungsstätten deshalb auch öfter ins Ausland, wo der Zugang zu hochqualifizierten und billigen Arbeitskräften leichter ist. Österreichische Standorte werden dadurch vernachlässigt. Es wird schwieriger, mit der internationalen Konkurrenz mitzuhalten. Anstatt die Betriebe ins Ausland zu verlegen, sollte man versuchen, Arbeitskräfte ins Land zu locken. Dazu müsse am Bildungssystem, speziell am Studienangebot, gearbeitet werden. Man müsse versuchen, ausländische Talente für die technischen Studien in Österreich zu begeistern. Für die Studienrichtungen sollte auf einer globalen Ebene geworben werden. Es ist auch von Vorteil, sie in englischer Arbeitssprache anzubieten. Besonders wichtig ist, den ausländischen Studierenden ein gutes Bild von unserem Land zu vermitteln und eine angenehme Atmosphäre, nicht nur an den Universitäten und Fachhochschulen, sondern auch im Alltag, zu schaffen. „Wenn mehr ausländische Studierende ihr Technikstudium in Österreich abschließen, würde das sicherlich auch die österreichische Jugend dafür motivieren“, ist Buchberger überzeugt.


Quelle: WKO Oberösterreich



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