1. Österreichisches UNESCO-Weltnaturerbe: Wildnisgebiet Dürrenstein (NÖ) und Nationalpark Kalkalpen (OÖ)

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14 Nov 17:26 2017 von Gerhard Repp Print This Article

BM Rupprechter überreichte Urkunden an LH Mikl-Leitner und LH-Stv. Strugl

Im Landhaus in St. Pölten fand heute, Dienstag, die Urkundenverleihung für das Wildnisgebiet Dürrenstein in Niederösterreich und den Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich unter dem Titel „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ als erstes österreichisches UNESCO-Weltnaturerbe statt. Bundesminister Andrä Rupprechter überreichte die Auszeichnung an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner – im Beisein von LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf – und Oberösterreichs LH-Stellvertreter Michael Strugl.

„Heute ist ein ganz besonderer Tag für uns alle“, betonte Landeshauptfrau Mikl-Leitner, dass die Auszeichnung als UNESCO-Weltnaturerbe zeige, „welche wunderbaren Naturplätze wir haben“. „Im Juli hat das Welterbekomitee in Krakau entschieden, das Wildnisgebiet Dürrenstein und den Nationalpark Kalkalpen in die Weltnaturerbeliste aufzunehmen. Damit hat Österreich sein erstes Weltnaturerbe bekommen, auf das wir sehr stolz sein können“, so die Landeshauptfrau.

Die Wachau und die Semmeringbahn als Weltkulturerbe und nunmehr das Wildnisgebiet Dürrenstein als Weltnaturerbe seien „eine unglaublich tolle Visitenkarte“ und zeigten, dass man auf die Region Niederösterreich stolz sein könne, denn damit verfüge Niederösterreich über „Naturschönheiten von Weltbedeutung“, so Mikl-Leitner.

„Das Wildnisgebiet Dürrenstein erstreckt sich auf 3.500 Hektar im südlichen Teil des Bezirkes Scheibbs nahe des Ötschers und an der Grenze zur Steiermark“, führte die Landeshauptfrau aus, dass dieses Wildnisgebiet über „unglaublich schöne Buchenwälder“ verfüge. „Es ist die Ursprünglichkeit, die besticht“, so Mikl-Leitner. 2003 sei Dürrenstein von der Weltnaturschutzorganisation IUCN mit „Wildnisgebiet“ als höchste Schutzkategorie ausgezeichnet worden. Mit der Auszeichnung zum UNESCO-Weltnaturerbe werde dem nun die Krone aufgesetzt: „Diese Auszeichnung bestätigt auch den Wert und Erfolg der Naturschutzarbeit in Niederösterreich“, sprach die Landeshauptfrau den Bürgermeistern der Region Dank dafür aus, dass mit dem Erbe so verantwortungsvoll umgegangen werde. „Vorbildliche Arbeit“ hätte vor allem auch das Managementteam des Wildnisgebiets Dürrenstein rund um Geschäftsführer Christoph Leditznig geleistet.

Landeshauptfrau Mikl-Leitner gratulierte LH-Stellvertreter Strugl, stellvertretend für Oberösterreich, „zur gemeinsamen Auszeichnung“ und dankte Bundesminister Rupprechter „für die gute Zusammenarbeit zwischen Bund und Land“ – das sei „gelebte Partnerschaft“.

Laut UNESCO sei die Auszeichnung so zu verstehen, dass das Weltnaturerbe im Besitz der gesamten Weltbevölkerung sei. „Wir werden daher an einem Weltnaturerbezentrum arbeiten, um die Schönheit dieses Weltnaturerbes darzustellen“, betonte Mikl-Leitner, dass es gelte, dieses zu schützen, man wolle es aber auch herzeigen. 2,5 Millionen Euro werden von Bund, Land und europäischer Ebene in dieses Weltnaturerbezentrum investiert, führte die Landeshauptfrau aus, dass sie gemeinsam mit LH-Stellvertreter Pernkopf die Schirmherrschaft dafür übernommen habe. Mikl-Leitner bedankte sich auch bei Gerhard Heilingbrunner, ehemaliger Präsident des Umweltdachverbandes, der sich dazu bereit erklärt habe, an der Realisierung des Projekts mitzuarbeiten. Es solle „ein Projekt für die gesamte Region“ werden, so die Landeshauptfrau.

„Dass unsere Buchenwälder in die Liste der UNESCO Welterbestätten aufgenommen wurden, ist naturschutzpolitisch ein absoluter Meilenstein. Die Auszeichnung unterstreicht, wie wichtig diese Gebiete für die gesamte Menschheit sind“, führte Bundesminister Rupprechter aus, dass mit dieser Auszeichnung „etwas Nachhaltiges gelungen“ sei. Sein Ressort habe die Einreichung koordiniert, das Projekt sei „eine große Herausforderung“ gewesen, aber gemeinsam sei es gelungen, das Welterbekomitee davon zu überzeugen und damit habe Österreich sein erstes Weltnaturerbe bekommen. Dieses sei laut UNESCO „ideeller Besitz der gesamten Menschheit und damit verbunden sei „die Verantwortung dieses Gebiet zu schützen und für die Weltgemeinschaft zu erhalten“. Seitens seines Ressorts werde man das Projekt in den nächsten Jahren weiterhin tatkräftig unterstützen, so der Minister.

Es sei „eine besondere Freude für Oberösterreich“, dass ein Teil des Nationalparks Kalkalpen mit seinen insgesamt fast 21.000 Hektar als größter Waldnationalpark Österreichs ausgezeichnet worden sei, so Landeshauptmann-Stellvertreter Strugl. „Der Nationalpark Kalkalpen ist eine beliebte Region“, führte Strugl aus, dass dieser jährlich 370.000 Besucherinnen und Besucher verzeichne. Beheimatet seien dort 30 verschiedene Waldtypen, 34 der 65 Baumarten in Österreich und über 1.560 Schmetterlingsarten.

Der LH-Stellvertreter hob den „Artenreichtum und die Vielfalt als etwas Signifikantes für den Nationalpark“ hervor. 5.250 Hektar an Fläche seien als Weltnaturerbe anerkannt worden. Die meisten Bäume seien zwischen 250 und 304 Jahre alt, die älteste Buche sei 525 Jahre alt, so Strugl. Die Naturerbe-Zertifizierung reihe sich in eine prominiente Liste mit dem Yellowstone Nationalpark und den Galapagos Inseln ein, betonte der LH-Stellvertreter, dass diese „ein Imagefaktor für die Region“ sei. Die Auszeichnung bringe touristisch einen Mehrwert und man könne damit auch internationale Kooperationen leichter knüpfen. Strugl bedankte sich bei „allen, die mitgeholfen haben“, insbesondere bei Direktor Erich Mayrhofer – die Auszeichnung sei „ein beachtlicher Erfolg. Auch Oberösterreich sei sich seiner Verantwortung bewusst, man werde daher dem Weltnaturerbe-Aspekt im Nationalpark einen besonderen Platz widmen.

Unter dem Titel „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ wurden heuer 63 Buchenwälder und –urwälder in 32 Schutzgebieten in Albanien, Belgien, Bulgarien, Italien, Kroatien, Österreich, Rumänien, Slowenien, Spanien und in der Ukraine der bestehenden UNESCO-Weltnaturerbestätte hinzugefügt. Das Wildnisgebiet Dürrenstein in Niederösterreich beheimatet mit 1.867 Hektar Welterbefläche den ausgedehntesten Buchenurwald des Alpenbogens und der Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich ist mit 5.252 Hektar Welterbefläche das weitläufigste Buchenwaldschutzgebiet der Alpen. Insgesamt besteht die Welterbestätte nun aus 78 Einzelgebieten. Österreich hat bereits die Koordination der Einreichung für die erweiterte Aufnahme übernommen und wird auch die weitere Zusammenarbeit koordinieren.

Nähere Informationen: www.unesco.at, https://en.unesco.org


Quelle: Land Niederösterreich



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